Alle, die mich kennen, wissen, dass ich ziemlich viel und gerne lese. Ich liebe Bücher über alles, eigentlich verlasse ich fast nie das Haus ohne eins in der Tasche zu haben. Ohne ein Buch fühle ich mich so unvollständig, irgendwie nackt. Wenn ich im Zug sitze oder im Wartezimmer beim Arzt - dann lese ich. Manchmal, wenn ich viel Zeit habe, schaffe ich es, drei oder mehr Bücher am Tag zu lesen. Natürlich nicht immer, manchmal komme ich nicht so oft dazu, aber wenn ich lese, dann vergesse ich die ganze Welt um mich herum. Dann bekomme ich nichts mehr von der Außenwelt mit, ihr könnt mit mir reden, mich anschreien, ich höre es nicht. Denn dann versinke ich komplett in der Geschichte, die ich gerade lese. Sie zieht mich in ihren Bann wie pure Magie. Ja, für mich sind Bücher mehr als nur irgendwelche geschriebenen Worte, sie sind für mich Magie. Mir egal, was ihr davon haltet, aber so sehe ich das eben.
Ich kann Menschen nicht verstehen, die lesen für Zeitverschwendung halten und das langweilig finden. Ebenso kann ich nicht verstehen, warum so schlechte Bücher wie "50 Shades of Grey" so erfolgreich werden und so tolle Bücher wie zum Beispiel "Alles ist erleuchtet" nicht. Wieso werden solche Schundromane verkauft und wirklich tolle Bücher verstauben in der Ecke des Ladens? Das werde ich wohl nie verstehen. Viele Menschen lesen schwierige Bücher nicht, weil es ihnen zu anstrengend ist und sie sich Unterhaltung wünschen. Aber wisst ihr, das Leben ist auch nicht immer einfach, es ist manchmal kompliziert, langweilig und doch irgendwie spannend. Ich würde lieber tausend Mal "Der alte Mann und das Meer" lesen als solche Bücher, die erfolgreich sind, aber einfach nur schlecht geschrieben. Es geht doch um den Zauber der Sprache. Und dazu geht es um die Geschichte. "Der alte Mann und das Meer" ist eine ziemlich simple Geschichte, aber dennoch ist sie Weltliteratur und meiner Meinung nach ist das auch gerechtfertigt. Lest das Buch, dann versteht ihr, was ich meine.
Vielleicht sollte ich froh sein, dass überhaupt noch gelesen wird, denn in der heutigen Zeit ist das keine Selbstverständlichkeit mehr. Egal wohin man blickt, man sieht die Menschen hetzen, sie starren auf ihre Smartphones und haben Kopfhörer auf. Die Menschen reden nicht mehr richtig miteinander, aber das ist eine andere Geschichte. Wenn ich im Zug manchmal Menschen treffe, die lesen, bin ich immer neugierig, was sie denn wohl lesen. Ich liebe es, über Bücher zu reden. Jeder Mensch hat eine andere Meinung zu einem Buch und man kann sich darüber austauschen. Das ist wirklich ein tolles Gefühl. Wenn mir Menschen wichtig sind, dann will ich ihre Lieblingsbücher kennen und dann zeige ich ihnen meine. Das schafft eine Vertrauensbasis, finde ich. Das Lieblingsbuch eines Menschens verrät so viel mehr über diesen als man annehmen mag.
Wahrscheinlich werden sich jetzt manche von euch denken, dass ich übertreibe oder altmodisch denke - falsch, es ist einfach nur meine Meinung. Wenn ihr das anders seht, nur zu. Ich lasse euch eure Meinung. Aber versucht nicht, mir meine Liebe zu Büchern kaputt zu machen, denn Bücher waren immer für mich da, wenn es sonst niemand war. Sie haben mein Leben gerettet und das nicht nur einmal. Ich finde in ihnen Trost und Zuversicht und wenn ich ein Buch beendet habe, fühlt sich das an als ob ich einen Freund verloren hätte.
Die letzten 3 Sätze sind wunder-wunder-wunderschön. Der ganze Eintrag - Eine fantastische Liebeserklärung an die Welt der Bücher <3
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