Donnerstag, 21. März 2013

Ehe - ein Leben in Ketten?

In letzter Zeit habe ich oft darüber nachgedacht, warum Menschen heiraten. Irgendwie ist es selbstverständlich, dass so gut wie jeder irgendwann einen Menschen findet, mit dem man plant, sein ganzes Leben zu verbringen. An sich ist das gar nicht schlecht. Wenn man jemanden findet, den man wirklich liebt, warum sich nicht das Versprechen geben, für immer zusammenzubleiben? Was ist so falsch daran?
Halt. Stop. Ich bin der Meinung, dass die Ehe immer noch eine romantische Idealvorstellung ist. In Büchern und Filmen sieht das alles immer so perfekt aus, so einfach. Man liebt sich und das war's. Aber so einfach ist das Leben leider nicht immer. Was in den meisten Filmen nicht gezeigt wird, ist der Alltag. Wenn man schon lange zusammen ist, dann wird es oft langweilig und eintönig in der Beziehung. Das ist nicht immer leicht.
Das Problem ist, dass sich Menschen verändern. Der Menschen, den man vor fünf Jahren geheiratet hat, muss nicht immer derjenige sein, der jetzt vor einem sitzt. Sobald das passiert, verändert sich auch die Beziehung und dann passt sich der andere entweder an oder es tauchen die ersten Probleme auf. Oft erkennt man den Menschen nicht mehr wieder oder fragt sich, wen man da geheiratet hat. Liebe, was ist das? Bestimmt eine Erfindung der Filmindustrie. Aus Liebe wird Gleichgültigkeit oder sogar Hass. Man würde sich gerne trennen, aber man ist ja verheiratet. Man kann nicht einfach mal abhauen wie man das in vorherigen Beziehungen getan hat, wenn es schwer wurde. Nein, man ist verpflichtet.
Natürlich lassen sich viele Paare wieder scheiden - aber um welchen Preis? Scheidungen sind teuer und für alle Beteiligte zeit- und energieaufwendig. Sobald Kinder mit im Spiel sind, wird es noch komplizierter.
Außerdem frage ich mich, welchen Wert ein Ehegelübde noch hat, wenn man mehrmals heiratet? Wenn man drei verschiedenen Menschen das "für immer" verspricht? Was ist das Versprechen dann noch wert?
Nicht viel dürfte man meinen.
Viele Paare lassen sich gehen, wenn sie verheiratet sind. Sie geben sich keine Mühe mehr, weil sie wissen, dass der Partner nicht einfach so schnell abhauen kann. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Beziehung aus. Oft fragt man sich, was wäre wenn man nicht geheiratet hätte? Wäre man dann immer noch zusammen? Wenn man sich diese Frage stellt und ehrlich zu sich selbst ist und mit "Nein" antwortet, tja dann hat man wohl den falschen Partner geheiratet.

Das alles sollte kein Plädoyer gegen die Institution Ehe sein, eher im Gegenteil. Ich finde bloß, dass man gut darüber nachdenken sollte, bevor man heiratet. Man sollte sich fragen, ob man lediglich an Sicherheit gewinnen will. Man sollte sich überlegen, ob man in 50 Jahren ebenfalls neben diesem Menschen aufwachen will. Man sollte sich fragen, ob es nicht nur Bequemlichkeit ist, warum man immer noch mit diesem Menschen zusammen ist. Wenn es "die wahre Liebe" ist, dann spricht nichts dagegen zu heiraten. Aber - wenn es wirklich "die wahre Liebe" ist, warum muss man dann heiraten? Warum kann man nicht einfach ohne Trauschein zusammenleben? Wo ist da der Unterschied? Glück ist nicht von einem Stück Papier abhängig. Das vergessen viele Menschen leider.

1 Kommentar:

  1. Guter Text mit vielen wertvollen Gedanken und Aspekten von Beziehungen, hab viele a scho gehabt. Denk Partnerschaft OHNE Trauschein erfordert mehr Mut, da jedeR jederzeit(iger) gehen kann. Was mir beim PRO fehlt ist diese bewußte u sehr öffentliche Entscheidung FÜREINANDER u "SEHT WIR SIND EIN PAAR" die eine Hochzeit auch ausmachen. Das "FÜR IMMER" war in einer Zeit wo Menschen grad mal 60 Jahre wurden u nicht durch soviele Lebensphasen u Änderungen gingen leichter, stimmt. Daß Menschen sich weiterentwickeln und Rahmenbedingungen usw sixh ändern ist gut, wäre schlimm wenn nicht. Materielle oder organisatorische Gründe für eine Ehe sollten nie gelten, daran sollte es nicht scheitern.

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